Der Eigenton: Steuere Deinen stimmlichen Heimathafen an

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Sowohl in unserem beruflichen als auch in unserem privaten Alltag gibt es täglich jede Menge Situationen, in denen unsere Stimme unter Druck gerät. Präsentationen, Rechtfertigungen und Diskussionen sind nur einige Beispiele. Die Emotionen, die in diesen Momenten an die Oberfläche geschwemmt werden, sind in der Stimme hörbar: Nervosität, Ärger und Aggression… Der Stimmklang ist angespannt, unnatürlich hoch, zittrig, zu laut oder leise… Ein lösungsorientiertes Gespräch, eine souveräne Präsentation oder ein stabiler Vertrauensaufbau sind dann kaum noch möglich.

Was tun?

Zunächst: Bewege Dich und mach Dich locker. Das muss keine große Bewegung sein und auch kein Durchschütteln des ganzen Körpers. Ein kleiner Impuls reicht meist schon aus, um aus der konfrontativen oder angespannten Situation auszubrechen, die Perspektive zu ändern und die Situation oder Dich selbst zu beruhigen.

Und dann starte mit Deinem Eigenton.

Hö? Mein Eigenton? Was ist das denn? Und wie soll ich den finden?

Ganz einfach: Mache Deinem Gegenüber hörbar klar, dass Du ihn verstanden oder zumindest gehört hast, indem Du ein entspanntes, interessiertes „mmmh, mmmhmm“ machst. Oder Du denkst an Dein Lieblingsessen und stellst Dir den Geruch vor, der dann durchs Haus zieht und machst ein genüßliches „mmmmmmmh“.

Dann hast Du Deinen persönlichen Eigenton schon gefunden. Der übrigens nicht nur ein einziger Ton ist, sondern ein Klangbereich im unteren Drittel Deines Stimmumfangs. Jeder hat einen individuellen Eigentonbereich, weil wir anatomisch nicht alle genau identisch sind. Gleich ist jedoch, dass der Eigenton immer dann zu hören ist, wenn wir entspannt sind. Dort sparen wir beim Sprechen die meiste Energie und klingen für unsere Zuhörer wohlklingend und angenehm.

Wenn Dir Dein persönlicher Eigenton bewusst ist, ist es auch während eines Gesprächs nicht mehr schwierig dorthin zurück zu kehren und Deine eigene Stimme „wiederzufinden“. Sprechpausen sind eine gute Möglichkeit, die eigene Stimme und den Körper bewusst zu machen, Spannungen zu lösen und mit dem Eigenton wieder in das Gespräch einzusteigen.

Unsere Kollegin Ingrid Amon hat für diesen Eigentonbereich einen sehr passenden Namen gefunden: Der „stimmliche Heimathafen“. Um nicht einschläfernd auf unsere Zuhörer zu wirken, verlassen wir den Hafen immer wieder. Gehen mit der Stimme also mal höher und mal tiefer und bringen Bewegung in unseren Stimmklang, unsere Sprachmelodie. So können wir spannend, motivierend, aufgeregt – je nach Sprechabsicht – klingen. Wir kehren aber immer wieder in unseren Hafen zurück, um unsere Stimme, uns selbst und unsere Zuhörer zu entspannen.

Und jetzt: Suche Dir das Lieblingsbild von Deinem Lieblingshafen und steuere mit Deiner Stimme immer wieder diesen Hafen an. Erst im stillen Kämmerlein, dann im Gespräch mit Deinem besten Freund und dann auch in Situationen in Deinem beruflichen Alltag. 

Viel Spaß und berichte uns gerne von Deinen Erfahrungen.

AHOI! 

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