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Bist Du erfolgreich?

 In Business, Gehirn, Innere Haltung, Methodik, Präsentieren, Selbstbewusstsein, Sonstiges, Stimme allgemein, Vortrag

Na, wie „erfolgreich“ bist Du?

Ich wette, Du hast jetzt kurz an Dein Auto, Dein Haus, Deinen Job, Deinen Kontostand gedacht, oder?

Interessant, oder? Dass wir bei „Erfolg“ direkt an materielle Dinge denken, an Status und seine Symbole. Hmmm…

Dabei ist Erfolg vor allem eins: Sehr subjektiv. Und er ist auch auf verschiedene Weise erfahrbar und messbar.

Erfolg ist sehr abhängig von unserer Wahrnehmung unseres Ziels.

Wenn also Dein Ziel im Leben ist, möglichst viel Geld anzuhäufen und einen Lamborghini zu kaufen – dann bist Du erfolgreich, wenn Du das geschafft hast.

Und für einen Großteil der Gesellschaft ist genau das Erfolg: Ein großes, materielles Fernziel zu erreichen. Das Problem dabei: Wie viele Lamborghinis sind in Deutschland wohl zugelassen? Meine 10-Sekunden-Recherche bei Tante Google sagt 211 (im Jahre 2004). Also weit weniger als 83 Millionen, so viele Menschen leben in Deutschland.
Und selbst wenn wir die Ferraris, Porsches und Maybachs dazuzählen – die allerwenigsten Menschen werden in ihrem Leben dieses Ziel erreichen (können).

Warum nicht? Wegen äußerer Umstände? Fehlender Motivation?

Bedeutet das, dass wir unser Leben lang einer allgemein gültigen Definition von Erfolg hinterherlaufen müssen, aber NIE AM ZIEL ANKOMMEN?!

Geht ja gar nicht. Aber müssen wir auch nicht. Ich persönlich habe zum Beispiel keinerlei Interesse an einem Lamborghini. Ich habe andere Ziele, die ich erreichen will.

Zum Beispiel mit Stimmste?! auch noch nach der Wirtschaftskrise gut dastehen. Zum Beispiel mein Buch über das Singen nächstes Jahr veröffentlichen. Zum Beispiel mal nur noch 20 oder 25 Stunden in der Woche arbeiten. Mehr Zeit mit Freunden und Familie verbringen. Mehr Romane lesen. Französisch sprechen lernen.

Und siehe da: Sobald wir unsere Definition von Erfolg verändern, verändern wir auch die Erfolgsquote. Und um den Weg dorthin zu bestimmen, müssen wir auch unser Ziel kennen.

Frag Dich also: Was willst Du erreichen?

Ist es ein Luxusauto? Oder ein möglichst großer Flatscreen? Oder denkst Du nur, Du solltest das wollen, um Deinen sozialen Status zu beweisen?

Gehe mal wirklich in Dich, und stelle alle Deine Ziele in Frage. Sind das wirklich Deine Ziele? Oder sind das Ziele, die Dein Umfeld von Dir erwartet?

Ach ja, das ist ja auch ein Blog über Stimme… 😉

Und selbstverständlich gilt hier dasselbe Prinzip: Was bedeutet denn Erfolg auf diesem Gebiet für DICH? Auf der Bühne zu stehen? Gefeiert zu werden als Sprecherin oder Sänger?

Auf einem Level zu spielen mit Beyoncé, Anna Netrebko, Matthias Brandt?

Oder ist Erfolg nicht auch hier viel, viel persönlicher und individueller?

Vielleicht wäre es ein großer Erfolg für Dich, die nächste Präsentation ohne Beta-Blocker durchzustehen?

Vielleicht möchtest Du das Feedback „Lauter, bitte“ aus der letzten Reihe einfach nicht mehr hören?

Oder es wäre ein toller Erfolg, „Let It Be“ endlich so singen zu können, dass die Katze nicht mehr fauchend aus dem Zimmer läuft, wenn Du anfängst zu singen…? (Wobei – Haustiere sollten nicht das Maß der Dinge sein, und Katzen schonmal gar nicht…).

Lege Dir also ein Ziel fest, das für Dich persönlich wichtig und richtig ist. Und am besten überprüfst Du auch noch seine Machbarkeit und die Zeitspanne bis zu seinem Erreichen.

Wenn das Ziel (der Erfolg, die Belohnung) nämlich zu weit weg ist, verlieren wir schnell die Motivation und hören ganz auf, daran zu arbeiten.

Wenn das der Fall sein sollte:

Setz Dir Zwischenziele, wie Sprossen auf einer Leiter zum ultimativen Erfolg.

Und dann: Miss Deinen Erfolg an Deinem Prozess. Du willst einen Sixpack? Hör auf, Deine Körperfettwerte als Erfolgsbarometer herzunehmen, sondern die Anzahl Deiner Workouts pro Woche.

Du willst über einen Blues improvisieren lernen? Miss die Anzahl der Stunden pro Woche, in denen Du tatsächlich Blues singen übst und Bluesplatten hörst. Nicht die Quote von „blue notes“ und „richtigen“ Tönen in Deinen Soli (ist auch alles wieder Ansichtssache).

Lass die investierte Zeit und Aufmerksamkeit die Messwerte sein, die tatsächlich zählen. 

Was wäre, wenn…

… Du erfolgreich wärst, weil Du bis zur nächsten Präsentation in drei Monaten schon sechs Toastmaster-Treffen absolviert und 24 Stegreifreden auf Video aufgenommen und mit einem Präsentationscoach analysiert hättest?

Eine gelassenere Haltung in der Präsentation ist dann unvermeidlich. 

… Du erfolgreich wärst, weil Du bis zum nächsten Teammeeting schon in drei Sitzungen mit einem Stimmtrainer und 30 Übeeinheiten á 15 Minuten an Atem und Resonanz gearbeitet hättest?

Natürlich wird Deine Stimme dann lauter sein als noch beim letzten Mal!

… Du erfolgreich wärst, wenn Du es geschafft hast, jeden Tag hinter verschlossener Tür (wer braucht schon den missbilligenden Blick vom Stubentiger beim Üben?) Übungen zur Stimmwahrnehmung, zur Gehörbildung und für Intonationstraining zu machen?

„Let It Be“ wird sich unter Garantie schon ganz anders anhören als noch vor 5 Wochen… Auch wenn es Mini-Baghira immer noch too much ist…

Mach den Prozess zu Deinem Freund.

Lege das Ziel fest, um die Richtung zu bestimmen, aber dann konzentriere Dich auf den Weg.

Erfolg ist sowieso flüchtig, und das nächste Ziel wartet schon hinter der nächsten Kurve oder wandelt sich mit den Wochen und Monaten, die vorbei gehen.

Aber die Erfahrung bleibt, und auch die Überzeugung, dass Du etwas geschafft, etwas erreicht hast, wenn Du weißt, wieviele Schritte Du bis hierher gegangen bist.

 

 

Erfolg ist eine Treppe, keine Tür.  

                                                                    Dottie Waters

 

 

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