fbpx

HOW TO… write a song – Crashkurs Songwriting

 In Gesang, Methodik, Music, Singen, Sonstiges

 

Gastartikel von Miriam Moczko

“Alle guten Songs sind schon geschrieben. Es gibt nix Neues mehr.“

„Warum solltest Du dich dann auch noch mit Songwriting rumschlagen? Andere Leute können das doch sowieso viel besser”, flüstert regelmässig eine kleine Stimme in meine Gedanken.

Ein Lied das Du schreibst, ist (D)eine Geschichte, die nur Du erzählen kannst. Wenn Du sie nicht erzählst, wird es diese Geschichte nicht geben.
Außerdem glaube ich, dass jeder in seinem Leben mal einen Song geschrieben haben muss.

Also, los geht’s!

Erster Schritt:

Nimm Dir zwei Stunden Zeit und schnapp Dir ein paar Blätter Papier, einen Stift, Dein Smartphone mit einer Voicerecorder-App (z.B. Sprachmemo) und das Instrument Deiner Wahl.

Als erstes schalte die Voicerecorder App an. Es ist total frustrierend wenn man gerade etwas gesungen oder gespielt hat was schön war und man es nicht wiederholen kann.

Wenn Du Gitarre oder Klavier spielst, lasse Deine Hände auf dem Instrument herumwandern; nicht denken, nur hören. Probier zu hören welche Klänge Dir gefallen und wiederhole diese.

Vielleicht hast Du nach einer Weile eine Folge von Akkorden oder eine kleine Melodie. Super!

Nächster Schritt:

Sing eine Melodie, die zu dem was Du grade gemacht hast, passt. Danach probier etwas zu singen, das überhaupt nicht passt. Passt es WIRKLICH nicht?

Vielleicht fragst Du Dich jetzt, was Du denn für Worte singen sollst. Ich selber bin ein großer Befürworter vom Gibberish (auch Denglish genannt). Also eigentlich Fantasiesprache. Auf diese Weise beschränken Worte nicht Deine rhythmische und melodiöse Freiheit.

Hier ist ein Video von Drake und Justin Bieber, wie sie mit Gibberish einen Song erarbeiten.

Probier es ein Weilchen aus, mit dem Ziel, so viele verschiedene Melodien wie es nur geht zu singen.

Okay, alles klar. App stoppen und kurz mal reinhören. Gibt es Sachen die Dir gefallen? Wenn ja, probier sie nachzusingen und zu spielen. Und nicht vergessen: Die App auch beim Nachsingen wieder anmachen!

Hat’s geklappt?

Wie viele Teile Deines Songs hast Du? Passen sie zusammen? Wenn ja, probier mal, sie in einem durchzuspielen und zu singen. Fühlt es sich gut und logisch an? Nee? Macht nix. Einfach nochmal machen und gucken ob du dich an die Teile und ihre Abfolge gewöhnen kannst.

Stopp Deine Voicerecorder-App.

Mach sie wieder an und sing und spiel die Abfolge noch ein letztes Mal.

Letzter Schritt: Der Text.

Eigentlich geht es nur darum, Dein Denglish ins Englisch oder Deutsch zu übersetzen. Das Coole ist, dass Du den Inhalt der Sätze biegen und verdrehen kannst wie Du willst! Vielleicht hast Du eine grobe Ahnung, wovon der Song handeln soll. Probier Deine “Übersetzung” an diesem Thema aufzuhängen. Wenn nicht, auch nicht schlimm. Oft ergibt sich der Sinn Deines Songs während des Schreibens.

Versuche Sätze zu machen, die die Sinne ansprechen. Riechen, Fühlen, Hören…
Das nimmt den Zuhörer am besten in deine Geschichte mit.

Ich selber habe beim Textschreiben immer diese beiden Webseiten parat:

www.thesaurus.com (Synonyme können einem Songtext das Leben retten!)

www.rhymezone.com (falls das Wort im Denglish einfach nicht deutlich ist ;-))

So, ich hoffe die zwei Stunden sind vorbeigegangen wie im Flug und Du hast ein bisschen eine Idee bekommen, wie Songwriting funktionieren kann.

Wann ist ein Song fertig?

Schwer zu sagen. Manchmal fühlt man es einfach. Und manchmal fühlt er sich nicht fertig an und man muss irgendwann einfach sagen: “So, der ist jetzt fertig. Basta.”

Tipps!

Einfache Akkorde sind nicht unbedingt langweilig!

Eine Melodie ist wie ein Satz: Eine Frage, Antwort, offene Frage, oder ein Ausruf!

Rhythmus und Gefühl liegen nahe beieinander; Dein Herzschlag versucht sich dem Puls der Musik anzupassen.

Songstruktur: Der klassische Aufbau von Strophe-Refrain-Strophe-Refrain-Bridge –Refrain- Refrain funktioniert oft… aber Du entscheidest am besten selber, wie Du Deine Geschichte erzählst. Vielleicht besteht Dein Song nur aus zwei Teilen oder sogar nur einem.

Was ist, wenn Du stecken bleibst oder nicht weiter kommst?

Weglegen – vielleicht bist Du im Hyperfokus-Modus. Mach den Abwasch oder einen kurzen Spaziergang, sodass deine zwei Gehirnhälften wieder in Balance kommen.

Weniger ist mehr; mach es simpler – Akkorde, Text oder Melodie!

Spiel den unfertigen Song jemandem vor, dem Du vertraust und der Dich kennt, es muss kein Musiker sein. Meistens kommst Du durch das Vorspielen und über den Song reden auf neue Ideen.

Und manchmal sind Deine Ideen einfach nicht stark genug für einen Song und dann gibt’s nur eins “Kill your darling(s)” oder leg sie zumindest für unbestimmte Zeit aufs Eis.

Ob Dein Song gut ist oder nicht ist relativ. Ob er Dir selber gefällt kannst Du eigentlich erst später sagen. Während des Schreibens ist das unmöglich.
Letzendlich geht es um die Geschichte. Und Geschichten gibt es so viele wie Blätter an den Bäumen…

Ich wünsche Dir alles Gute beim Schreiben!


Und, habt Ihr schon einmal versucht, ein Lied zu schreiben?
Wie habt Ihr das gemacht? Gab es besonders hilfreiche Tipps und Tricks? Kommentiert gern hier oder in den sozialen Medien!

 

Recent Posts

Leave a Comment

Start typing and press Enter to search