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Dialekt im Businessalltag

 In Allgemein, Business, Kommunikation, Reden, Richtig Reden, Sonstiges, Sprache, Wortwahl

Darf man meinen Dialekt raushören, wenn ich geschäftlich unterwegs bin? Das ist eine uns häufiger gestellte Frage, die allerdings nicht mit einem klaren „ja“ oder „nein“ beantwortet werden kann. Zu unterschiedlich ist die Ausprägung des Dialektes und zu verschieden die Gesprächspartner und Sprechsituationen. Doch dröseln wir das Ganze mal auf… 

Wie wird Dialekt definiert?

Dialekt oder auch Mundart kommt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie „mit jemandem reden“. Es bezeichnet eine lokale oder regionale Sprachvariation und wird eher gesprochen als geschrieben. 

Dialekt kann sich – im Gegensatz zum Akzent – auf allen Sprachebene von der Standardsprache abheben. Es verändert sich also nicht nur die Aussprache, sondern auch u.a. die Grammatik und der Wortschatz. Auch die Sprachmelodie unterscheidet sich häufig von der des „amtlichen Hochdeutschen“. 

In Deutschland gibt es – im Gegensatz zu unseren Nachbarn in Frankreich – keine Instanz, die Regeln für Grammatik und Aussprache festlegt. Es gibt also kein definiert „richtiges“ Deutsch für alle Bürger, wobei für Beamte und Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes nach Dienstvorschrift ein „amtliches Hochdeutsch“ gilt und allgemein meist die Einhaltung der neuen deutschen Rechtschreibung gefordert wird. Als Privatperson darf man in der Freizeit allerdings sprechen und schreiben, wie einem der Sinn steht. 

Dialekt in der heutigen Zeit

Untersuchungen zeigen, dass sich örtliche Dialekte immer mehr angleichen. Und gerade in Großstädten und bei jungen Leuten ist die Verwendung von Dialekten auf dem Rückzug. Außerdem gibt es einen klaren Nord-Süd-Trend. In Süddeutschland sind Dialekte bedeutender und werden mit mehr Selbstbewusstsein gesprochen, als im Norden.  

Darf ich Dialekt sprechen? 

Es gibt – wie meist im Leben – Vor- und Nachteile: Eine regionale Einfärbung der Sprache kann sicherlich schnell eine vertraute Atmosphäre schaffen und ein Gemeinschaftsgefühl erzeugen, wenn beide aus der gleichen Region kommen. Der Beziehungsaufbau kann dadurch im ersten Schritt leichter fallen. Die Mundart kann auch beim Gesprächspartner mit positiven Erinnerungen verknüpft sein und so ebenfalls eine sympathische, positive Grundstimmung erzeugen. 

Allerdings kann ein starker Dialekt auch zu Verständigungsproblemen führen. Gerade am Telefon, wenn wirklich nur Stimme und Sprache zählen. Dann können beispielsweise eine unangenehme Stimmung und Missverständnisse entstehen – wenig hilfreich für einen erfolgreichen Geschäftsabschluss. 

Eine Empfehlung

Um es mit den Worten von Ingrid Amon zu sagen: „Man darf ruhig hören, woher Sie kommen, man darf aber auch hören, dass Sie dort nicht stehengeblieben sind.“ 

Eine leichte Färbung der Sprache und vielleicht der ein oder andere regionale Ausdruck, kommt auch im geschäftlichen Umfeld sicherlich positiv an. Die Sprache und Aussprache sollte jedoch für ihr Gegenüber trotzdem leicht verständlich und nicht irritierend sein. 

Um eine angenehme Gesprächsatmosphäre zu schaffen und den Beziehungsaufbau zu fördern, kann ein Dialekt ganz gezielt eingesetzt werden. In jedem Fall ist es hilfreich sich über die Ausprägung des eigenen Dialekts bewusst zu sein und den flexiblen Einsatz zu trainieren. Das schnelle und bewusste „Umschalten“ zwischen Mundart und deutscher Standardsprache ist ganz einfach Trainingssache und für jeden, der die Sprache im beruflichen Kontext braucht, wichtig. Außerdem ist es sinnig bei der Verwendung des eigenen Dialekts auf den Gesprächspartner und die Situation zu achten: Kommt er aus der selben Region? Versteht er, wenn ich Dialekt spreche? Ist der Termin offiziell oder eher locker? Was für eine Atmosphäre möchte ich schaffen? Wie möchte ich wirken?

Was habt ihr für Erfahrungen mit Dialekt gemacht und wie wirkt Mundart auf Euch? Teilt gerne Eure Erlebnisse mit uns.

Quellen u.a.:

https://de.wikipedia.org/wiki/Dialekt (Online: 22.11.2017)
http://www.zeit.de/wissen/2016-09/sprachforschung-lokale-dialekte-gleichen-sich-an (Online: 22.11.2017)

 

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