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Die Macht der Sprechpause

 In Sonstiges

Die Macht der Pause

Reden ist Silber – Schweigen ist Gold

Sprechpausen sind ein altbekanntes und bewährtes rhetorisches Mittel. Und doch werden sie noch viel zu selten genutzt. Warum? Weil es nicht ganz einfach ist: Der Sprecher muss in sich ruhen, um den gewünschten Effekt der Pause auch tatsächlich zu erzielen. Nervosität, Unsicherheit und vermeintlicher Zeitdruck erschweren die Umsetzung dieses rhetorischen Tricks. Das Wissen in die Tat umzusetzen erfordert Mut, Ausdauer und Selbstbewusstsein. Drei Sekunden können ganz schön lang sein, wenn man auf der Bühne steht…

Die Pausensetzung hat jedoch nicht nur einen Effekt auf den Zuhörer (er kann in der Pause das Gesagte verarbeiten und verstehen), sondern kann auch vom Sprecher selbst sinnvoll genutzt werden.

Gedanken sortieren
Das Du Deinen roten Faden beim Sprechen schon mal verlierst kann durchaus vorkommen, oder? Eigentlich kein Problem – das wird es erst, wenn Du hektisch versuchst irgendwas zu erzählen. Das irritiert den Zuhörer. Eine Sprechpause, um Deine Gedanken in Ruhe zu sortieren ist die elegantere Lösung. Einige Sekunden kommen Dir als Sprecher unheimlich lang vor, der Zuhörer ist jedoch froh, dass er seine Gedanken selbst sortieren kann und eine kleine Pause hat. Wahrscheinlich fällt sogar niemandem auf, dass die Pause ungeplant war.

Spannung erzeugen 
Pausen können unheimlich gut Spannung erzeugen, wenn Du sie an der richtigen Stelle einbaust. Als Redner kannst Du so die Aufmerksamkeit Deiner Zuhörer spielend leicht halten.

Atmung vertiefen
Sprechpausen kannst Du optimal nutzen, um Deine Atmung wieder zu vertiefen. Nervosität, Aufregung und Angst sorgen unbewusst und -gewollt für eine flache, hohe Atmung. Der Bauch wird zum Schutzschild angespannt. Außerdem kommt es zu Verspannungen im Schulter-, Nacken- und Kehlkopfbereich und die Stimme kann nicht mehr ungehindert funktionieren. Eine bewusste Vertiefung der Atmung zwischendurch kann durchaus helfen diesem evolutionsbedingten Phänomen entgegenzuwirken.

Haltung annehmen
Für die Haltung gilt Ähnliches. Ausgelöst durch die besondere Sprechsituation, die unbewusst ein Gefühl der Bedrohung in uns weckt, verändert sich unsere Haltung gerne mal in eine unterwürfige Haltung mit hängenden Schultern und zusammengesacktem Brustkorb. Wirke  in der Pause bewusst dagegen und nimm eine königliche Haltung ein: fester Stand auf dem Boden, Knie locker/durchlässig, aufrecht, Brust raus, Nacken lang, Blick zum Publikum. Einige Sekunden bieten dafür ausreichend Zeit.

Stimmung wahrnehmen
Eine kurze Spannungspause bietet auch die Möglichkeit die Stimmung im Publikum bewusst wahrzunehmen, um bei Bedarf reagieren zu können. Wirkt das Publikum schläfrig oder sind die Blicke aufmerksam auf Dich gerichtet? Hängen die Leute in den Stühlen oder ist die Haltung aufrecht und zugewandt? Sind die Gesichter fröhlich oder siehst Du mehr gelangweilte Gesichter? Entspricht die allgemeine Stimmung nicht Deinen Erwartungen oder Deinem Plan, kannst Du spontan reagieren und je nachdem den aktiven Teil erhöhen oder einen Witz einbauen oder oder…

Wenn Du kein rhetorisches Naturtalent bist, will gezielte Pausensetzung geübt werden. Nimm Dir Deine Rede oder Deinen Vortrag vor und suche nach Stellen, an denen ein Spannungsmoment sinnig ist (Merke: Pausen geben Sinn!). Markiere Dir die Stellen und trage Dir den Vortrag laut selbst vor. Lege Dir eine Stoppuhr daneben, um die Sekunden im Blick zu haben. So bekommst Du ein Gefühl dafür, wie wenige Sekunden eigentlich verstreichen, obwohl Du das Gefühl hast, Du sagst schon seit Minuten nichts mehr. Übrigens ist es auch hilfreich den Vortrag einmal aufzunehmen, damit Du die Länge und Position der Pausen überprüfen kannst.

Was sind Deine Erfahrungen mit Sprechpausen? Gelingt Dir die Umsetzung? Wir freuen uns über Deinen Kommentar!!

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  • […] es sich einen eigenen Artikel zu schreiben!! Warum Sprechpausen wichtig sind, kannst Du übrigens hier nachlesen. Über das Absenken der Stimme am Satzende erfährst Du in diesem Artikel […]

  • […] Stimmklang, wenig emotionale Höhen (sachlich bleiben, bitte ;-)), kurze Sätze und nicht zuletzt Pausen, die es auszuhalten […]

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