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Feed it back – Die Kunst Feedback zu geben

 In Allgemein, Business, Innere Haltung, Sonstiges

Das Vergnügen, andere mit Lob zu überschütten, sollten wir uns viel öfter gönnen. (Ernst Ferstl)

In unseren Trainings arbeiten wir viel mit Feedbackprozessen, um die eigenen Fähigkeiten bewusst zu machen und Ressourcen voll auszuschöpfen. Was wir allerdings immer wieder mit Schrecken feststellen: Das Geben von positivem Feedback fällt vielen Teilnehmern schwer. Kritische Anmerkungen gehen im Gegensatz sehr leicht von den Lippen. Doch was bringt uns weiter und motiviert uns? Kritik oder Lob?

Ich persönlich glaube, es ist eine Mischung aus beidem: Präzise formuliertes und ehrliches Lob und das Hinterfragen von – aus Sicht des Feedbackgebers – kritischen und verbesserungswürdigen Anteilen. Kritik ohne Lösungsvorschlag oder gemeinsamen Überlegungen und Hinterfragen wie es anders geht, ist in den meisten Fällen wertlos und demotivierend für den Feedbackempfänger. Sehr wahrscheinlich hat es einen guten Grund, weshalb derjenige so und nicht anders gehandelt hat – diesen herauszufinden, zu verstehen und gemeinsam Lösungswege zu finden schafft ein deutlich angenehmeres und produktiveres Arbeitsklima, leitet Veränderung ein und macht zugleich mehr Spaß. 

In vielen Unternehmen finden wir immer noch wenig – vor allem positive – Feedbackkultur. Dabei zeigt eine Studie der Uni Erlangen-Nürnberg in Kooperation mit Amadeus FiRe aus dem Jahr 2015, dass die Zufriedenheit mit der Feedbackkultur eines Unternehmens auch die Arbeitszufriedenheit bei den Mitarbeitern erhöht.  Die Ergebnisse der Befragungen zeigen außerdem, dass insgesamt mehr Feedback gewünscht wird. Vor allem Vorgesetzte wünschen sich mehr Feedback von ihren Mitarbeitern. Gerade Feedback von Kollegen, Vorgesetzten und Mitarbeitern empfinden die Befragten als nützlich. 

Wieso also nicht mehr davon? 

The adult brain learns best by being caught in action. (Scott Halford)

Mobilisiert also die Stärken Eurer Kollegen, Mitarbeiter, Vorgesetzten, Freunde, indem ihr lobt und konstruktives, wertschätzendes Feedback gebt. Denkt daran, Feedback ist immer subjektiv und wird aus einer Perspektive gegeben. Frag nach bevor Du Feedback gibst – außer es ist pures, von Herzen gesprochenes Lob. 🙂 Gib Dein Feedback unmittelbar, so konkret wie möglich und sei ehrlich. Bringe Lösungs- & Verbesserungsvorschlägen mit ein und vor allem auch die positiven Aspekte, die Du wahrgenommen hast.

Charles Schwab, ein amerikanischer Industrieller, hat schöne Worte dazu gefunden: „Durch Anerkennung und Aufmunterung kann man in einem Menschen die besten Kräfte mobilisieren.“ 

Übrigens, liebe Eltern, Lehrer und Erzieher, ganz besonders im Kindesalter zu Hause, im Kindergarten und in der Schule ist positives Feedback wichtig. Stärken zu stärken und bewusst zu machen ist wesentlich motivierender, als nochmals auf die Schwächen hinzuweisen, die den meisten Kindern sowieso schon mehr als bewusst sind. 

Lob ist die einzige Kraft, die uns zu edlen Handlungen antreibt und Ausdauer dafür verleiht. (Jean de la Bruyère)

Doch auch wenn Lob der entscheidende Antreiber ist: Es ist ungünstig zu vergessen, dass manche Dinge erst ins Bewusstsein rücken müssen, damit ich sie verändern kann. Konstruktives Feedback bietet genau diese Chance. Jeder Mensch hat nun mal Stärken und Schwächen. Kann manche Dinge besonders gut und darf andere Dinge erst noch lernen. Gut gegebenes Feedback kann erreichen, dass unbeachtete, vergessene Ressourcen wieder aktiviert werden und wieder voll genutzt werden.

Gönnt Euch also, wie Ernst Ferstl so treffend gesagt hat, das Vergnügen andere mit Lob zu überschütten ruhig häufiger und unterstützt durch Verbesserungsvorschläge und Tipps die Entwicklung Eures Gegenübers. 

Wie und wann habt Ihr das letzte Mal ernsthaft gelobt oder seid selbst gelobt worden? Was macht Lob mit Dir und Deiner Motivation? Wir freuen uns über Kommentare, Meinungen und Austausch darüber. 

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