fbpx

Gesangslehrer/in finden – mit den Tipps wird´s auch was!

 In Gesang, Methodik, Music, Singen
Ist das bei Dir auch so: Du wolltest schon immer mal Gesangsunterricht nehmen? Weil Du immer schon unter der Dusche singst, aber keine Ahnung hast, was Du da tust? Weil Du in einer Band singst, aber immer heiser wirst? Weil Dein großes Vorbild Maria Callas oder Luciano Pavarotti sind und Du wissen willst, wie Du auch so singen kannst? Oder warum auch immer? Dann ist es an der Zeit, sich einen guten Gesangslehrer oder eine Gesangslehrerin zu suchen und endlich mit dem Unterricht zu beginnen! Vorweg gesagt: Dazu ist es nie zu spät! Ob Du 16 oder 60 bist, spielt keine Rolle – die Herausforderungen sind unterschiedlich, aber die Arbeit mit und an der Stimme lohnt sich in jedem Alter!

Was willst DU?!

Bevor Du anfängst zu suchen: Werde Dir darüber klar, was Du möchtest! Beantworte für Dich folgende Fragen: In welcher Stilistik möchte ich singen – Pop oder Klassik? Habe ich bestimmte Probleme oder Fragestellungen, an denen ich arbeiten will (z.B. Technik, Rhythmusgefühl, Stimmklang, Interpretation, Musiktheorie…)? Möchte ich lieber von einem Mann oder einer Frau Gesangsunterricht haben? Was möchte ich mit meinen neu erworbenen Fähigkeiten anfangen: Auf die Bühne? Weiter unter der Dusche singen? In einen Chor gehen? In den Proberaum? Es gibt bei Deinen Wünschen und Ansprüchen keine richtige oder falsche Antwort – aber Deine eigene sollte es sein! Versuche nicht auf Dein Umfeld zu hören, sondern auf Deinen Bauch. Auch bei späteren Gesprächen oder Schnupperstunden ist das wichtig – die Chemie muss stimmen, sonst ist es sehr schwierig, erfolgreich an der Stimme zu arbeiten!

Was sind Eure gemeinsamen Ziele?

Wenn Du Dich auf die Suche nach einem passenden Gesangslehrer machst, ist diese Frage sehr wichtig, denn: Ihr beide solltet die gleichen Ziele und Wünsche haben. Wenn Du also eine E-mail schreibst oder eine Gesangslehrerin anrufst, teile ihr mit, was Du willst – sie wird Dir sagen, ob sie die Richtige für Dein Anliegen ist oder nicht. Eine hochspezialisierte Soulsängerin, die sonst nur mit Bühnenprofis arbeitet, ist wahrscheinlich nicht die richtige Gesangslehrerin für eine introvertierte Chorsängerin, die am liebsten Musicalschnulzen beim Bügeln schmettern würde… Aber höre immer auch auf Deinen Bauch!

Heavy Metal oder Opernarien?

Auch die Frage der Stilistik kann ein Ausschlusskriterium sein! Die Methodiken für klassischen Gesang (Belcanto) und Rock- und Popgesang oder Jazzgesang unterscheiden sich sehr und zumindest am Anfang solltest Du Dich für eines entscheiden, sonst ist die Informationsflut zu groß und kann Dich verwirren.
Auch die Herangehensweise an Artikulation, Rhythmus und Interpretation ist sehr verschieden. Also überlege Dir: Wofür schlägt Dein Herz mehr? Und entscheide Dich für einen Spezialisten seines Fachs!

Natürlich kannst du auch beides ausprobieren – aber besser nicht parallel, sondern nacheinander.

Auch spezielle Themen können wichtig für Deine Entscheidung sein: Singst Du zum Beispiel in einem Chor und möchtest an Problemen in dieser speziellen Singsituation arbeiten? Dann sollte auch Deine Gesangslehrerin chorerfahren sein oder vielleicht sogar einen Chor leiten. Möchtest Du Musical auf der Bühne singen? Dann suche Dir einen Gesangslehrer, der auch an darstellerischen Fähigkeiten und/oder Bühnensprechtechnik mit Dir arbeiten kann.

Kompetent, kompetent…

Das sollte Dein/e zukünftige/r Gesangslehrer/in auf jeden Fall sein!
Man kann heutzutage jedes Gesangsfach studieren, und zwar meistens auch mit einer angeschlossenen methodisch/didaktischen Ausbildung. Dein Gesangslehrer sollte nicht nur selbst super singen können, sondern auch wissen, wie er es Dir am besten beibringen kann! Autodidakten können meist nur aus ihrer eigenen Erfahrung heraus lehren – gut ausgebildete Musikpädagogen und -dozenten schöpfen auch aus den Erfahrungen ihrer Lehrer und den Möglichkeiten verschiedener Methoden und Schulen.

Leider ist die Berufsbezeichnung „Gesangslehrer/Gesangspädagoge/Vocal Coach/Voice Coach“ nicht geschützt und jeder kann sich so nennen. Es gibt mittlerweile Wochenendkurse, die einen in einem Jahr zum Gesangslehrer mit Zertifikat ausbilden – bitte sei hier vorsichtig! Es kann sein, dass solche Gesangslehrer oder Vocal Coaches super sind – kann aber auch sehr gut nicht sein. Wieder mal sind Dein eigener gesunder Menschenverstand und Dein Bauchgefühl gefragt: Hat er oder sie selbst viel Unterricht erhalten? Wie lange gibt sie schon Unterricht? Hat er Gesang studiert? Bildet sie sich regelmäßig weiter? Unterrichtet er nur nach einer einzigen Methode oder sind seine Fähigkeiten breit aufgestellt? Kennt sie mehrere Lösungsansätze für mein Problem? Habe ich das Gefühl, schon in der Schnupperstunde was gelernt zu haben?

Apropos Schnupperstunde…

Das ist eine sehr gute Idee! Denn soviel man schon bei einem Telefongespräch oder ausführlichen E-Mails oder einer guten Internetseite über den anderen herausfinden kann – sich persönlich zu „beschnuppern“ ist bei Stimmtraining oder Gesangsunterricht superwichtig – für Dich und Deine Gesangslehrerin in spe.

Eine Schnupperstunde sollte eigentlich nicht kostenlos sein – schließlich widmet sich der Gesangslehrer für eine ganze Unterrichtsstunde Dir und Deinen Wünschen. Sie sollte allerdings für Euch beide völlig unverbindlich sein, und erst danach sollte eine Zusammenarbeit entschieden werden. Auch die Gesangslehrerin kann das Gefühl haben, dass Ihr nicht zusammenpasst, und das wird sie Dir dann sagen – vielleicht mit einer Weiterempfehlung zu einer/m kompetenten Kollegen/in.

Wenn Du zu Deiner Schnupperstunde gehst, sei aufmerksam! Wie sieht der Unterrichtsraum aus? Fühlst Du Dich dort wohl? Wie gefällt Dir die Art, wie die Lehrerin Dich begrüßt, befragt, mit Dir umgeht? Fühlst Du Dich nach der Stunde gestärkt, kompetenter, entspannter, lebendiger, motivierter? Oder hast Du das Gefühl Du kannst gar nichts und wirst es auch nie lernen? Genau dieses Gefühl sollte Dir ein guter Lehrer nehmen können und Deine Person (nicht nur Deine Stimme) in den Vordergrund stellen – nicht sein Ego oder seine Überzeugungen.

Habt Ihr über die Unterrichtsmodalitäten gesprochen (Regelungen für Ausfall und Krankheitsfälle, Ferientage, Zahlungsmodelle, Verträge…)? Das ist zwar lästig, zeugt aber von Professionalität, wenn er oder sie Dir alle Fragen offen und ehrlich beantwortet, damit Du eine vernünftige Entscheidungsgrundlage hast.

Du solltest die Möglichkeit haben (wenn Du möchtest), mit einem mitgebrachten Aufnahmegerät die Stunde mitzuschneiden und noch mal nachzuhören. So kannst Du auch hören, bei welchen Übungen Deine Stimme sich verbessert hat und daraus lernen.

Und wer entscheidet? Der Bauch!

Wenn Du alle wichtigen Punkte geklärt und zu Deiner Zufriedenheit beantwortet hast, entscheide Dich!

Ja oder nein? Lehrerin A, obwohl sie weiter weg wohnt, aber Spezialistin genau für mein Problem ist? Oder Lehrer B, weil die Wellenlänge total stimmte und er bei mir um die Ecke seinen Unterrichtsraum hat?

Höre mal wieder auf Dein Bauchgefühl… aber entscheide Dich! Es macht wenig Sinn, gleichzeitig bei zwei Gesangslehrern anzufangen – wieder nur verwirrend, besonders für Anfänger. Dann sprich lieber eine Probezeit von 3-6 Monaten ab und wechsele dann noch einmal für die selbe Zeit zu Deinem anderen Lieblingskandidaten, bevor Du Dich endgültig entscheidest. Du brauchst Dich hier von niemandem, auch nicht Dir selbst, unter Druck setzen zu lassen…

 

Du hast noch Fragen zum richtigen Gesangslehrer? Dann frag uns! Auf Facebook oder in den Kommentaren, oder per Mail. Wir tun unser Bestes, um alle Unklarheiten zu beseitigen!

 

Recent Posts
Showing 2 comments
pingbacks / trackbacks

Leave a Comment

Start typing and press Enter to search