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Ist meine Stimme gesund oder krank?

 In Körperarbeit, Richtig Reden, Sprache, Stimme allgemein, Stimmpflege
von Ina Hagenau

Geht es Dir ähnlich?

Du bist oft heiser oder Deine Stimme fühlt sich nach langen Tagen strapaziert an?
Oh je! Dann fühlst Du Dich sicher nicht wohl in Deiner Haut, wenn Du trotzdem täglich viel sprechen musst! Dieses Gefühl von „ich bin nicht leistungsfähig“ kann dann sogar all Deine zwischenmenschlichen Interaktionen beeinflussen – denn eigentlich will Deine Stimme sich gerade schonen und Du dadurch lieber nicht sprechen.

Es gibt immer eine Lösung

Die gute Nachricht zuerst: Das muss noch nicht bedeuten, dass Deine Stimme „kaputt“ ist oder tatsächlich organische Schäden vorliegen, wie die berühmten Schreiknötchen oder chronische Wassereinlagerungen in der Schleimhaut (Ödeme). Oft sind das schlechte Sprechgewohnheiten oder Dein Lebensstil, die Deiner Stimme immer wieder die Arbeit schwer machen und so zu Überlastungssymptomen führen. Aber die schlechte Nachricht ist, dass diese ungünstigen Gewohnheiten letztendlich zu Stimmschädigungen führen können, die dann nicht mehr so leicht zu reparieren sind – also solltest Du Dich möglichst bald darum kümmern, damit Du wieder mehr Spaß in Deinem Beruf und Freude an Deiner Stimme hast.

Wie erkenne ich denn, ob meine Stimme schon geschädigt ist?

Eine organisch gesunde Stimme (das bedeutet: Deine Stimmlippen und Schleimhäute sind intakt, alle Nerven und Muskeln funktionieren) ist auch mal heiser, oder belegt, oder fühlt sich wund an. Das kann Überlastung sein, ein beginnender Infekt oder eine Allergie, eine zu hohe Ozon- oder Rauchbelastung oder ein Reflux, den Du nicht bemerkst, der aber die Schleimhäute reizt, und ist, wenn es selten passiert, zwar nervig, aber nicht schlimm. Verbuche es unter „Tagesform“ oder „akute Überlastung“.

Erste Hilfe für die Stimme

Ganz oft kannst Du mit diesen Symptomen nach ein wenig Stimmruhe (1-2 Tage) feststellen, dass Deine Stimme sich erholt und wieder gut funktioniert.
Dann kannst Du die Belastung wieder achtsam steigern und testen, ob die Symptome dann wieder auftreten. Es ist sehr wichtig, genau zu beobachten, wie die Stimme auf bestimmte Situationen reagiert. Du allein hast die Möglichkeit, Dich in Deine Stimme hineinzufühlen und sie mit ihren täglichen Schwankungen zu kennen. Versuche immer wieder zu beschreiben (nicht zu bewerten), wie sich Deine Stimme für Dich anfühlt und anhört. Lies dazu einen Text (z.B. „Nordwind und Sonne“) oder singe ein einfaches Lied, immer in derselben Tonart. 
Wie verändert sich Deine Stimme von Tag zu Tag – und auch im Tagesverlauf?

Hilfe vom Spezialisten

Wenn eine Belastungsstörung eintritt, kannst Du der/dem HNO-Ärztin/ HNO-Arzt oder der/dem Phoniater*in dann genau beschreiben, was sich verändert hat.
Denn letztendlich kann nur ein/e Phoniater*in mit ihren/seinen genauen bildgebenden Mitteln sagen, ob Dein Stimmorgan bereits organisch krank ist. 
Knötchen müssen gegebenenfalls operativ behandelt werden, bevor sich die Lage bessert.

Keine faulen Ausreden

Sobald organische Veränderungen ausgeschlossen sind, liegt es an Dir diesen nun vorzubeugen:
Du brauchst erstmal nicht operiert zu werden. Puh, Glück gehabt. Aber: Jetzt gibt es auch keine Ausreden mehr. Du musst ran. Alle Stimmstörungen, die nicht primär organisch oder neuronal bedingt sind, kann man wegtrainieren. Die Betonung liegt auf TRAINIEREN. Denn von nichts kommt nichts. Tägliche Übungen von der Stimmtherapeutin sind in der ersten Zeit nötig.
Und auch die nötige Aufmerksamkeit und das Bewusstsein im Alltag müssen dringend geschult werden – denn hier sind die Probleme ja erst entstanden!
Um einer solchen Situation vorzubeugen, helfen schon ganz kleine Interventionen im Alltag und winzige Stimmtrainings-Einheiten, die Du über den Tag verteilt zwischendurch durchführen kannst.
Hierzu nächste Woche mehr – jetzt viel Spaß beim Beobachten!
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