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Keine Zeit für Stimmtraining? Aber sicher!

 In Entspannung, Innere Haltung, Stimme allgemein, Stimmpflege, Stimmübungen, Zeit
von  Ina Hagenau

SPRECHPAUSEN UND STIMMTRAINING

„Ich hab keine Sprechpausen“, sagst Du?
Äääh, doch. Vielleicht sind sie kurz, und vielleicht sind sie Dir nicht bewusst. Aber sie sind da.
Sie sind da, wenn Du eine Frage gestellt hast und auf die Antwort deines Gegenübers hörst.
Oder wenn du eine Wirkungspause machst, nachdem Du einen wichtigen Satz beendet hast.
Sie sind da, wenn Du einen Schluck trinkst (das solltest Du übrigens häufig tun!).
Sie sind da, wenn Du über den Flur gehst.
Sie sind da, wenn Du auf der Toilette bist.
Ja, du hast richtig gehört.
Die Toilette ist der wichtigste Stimmpflege-Raum in stressigen Jobs, ob als Lehrerin oder Erzieher, aber auch als Führungskraft findest Du am ehesten hier mal ein paar Minuten für Dich.

Warum heißt es sonst das „Stille Örtchen“? Genau. Hier darfst Du schweigen.
Und niemand teilt Preise im Schnellpinkeln aus, also nimm Dir doch einfach eine Minute länger hinter der geschlossenen Tür, um Dich kurz mit Deiner Stimme zu beschäftigen.

TRINKEN, PIPI, GÄHNEN

Mini-Interventionen für kleine Sprechpausen im stressigen Alltag können dann zum Beispiel sein:
– Immer, wenn Du auf der Toilette bist, gähnst Du herzhaft. Das Gähnen auf Kommando kann man lernen (fake it till you make it) und es entspannt den ganzen Stimmapparat in Sekundenschnelle. Quasi der Reset-Knopf für Deine Stimme.
– Beim Händewaschen konzentrierst Du Dich auf eine tiefe Bauchatmung. Lass die Bauchdecke los und lasse 2-3 entspannte, tiefe Atemzüge zu.
– Keiner außer Dir in der Toilette? Dann kannst Du auch ein oder zwei stimmhafte Seufzer machen – eine Tonrutschbahn nach unten. Das entspannt die Stimme und bringt sie wieder in Resonanz.
– Längere Pause? Dann habe einen LaxVox-Schlauch bereitstehen und gönne Dir 2-3 Minuten entspanntes Blubbern. Übrigens auch fantastisch zum Aufwärmen und Schleimlösen am Morgen!
– Kurze Sprechpause im Klassenraum? Auch hier: Bauch loslassen, Kiefer entspannen, Atmung re-setten. Außerdem immer wichtig: nutze diese Pausen für einen Check-In mit Deiner Stimme.
Das ist vor allem wichtig, wenn du Dir Deiner Stimme im Alltag noch nicht so bewusst bist.
Spüre kurz in Dich hinein: Wie fühlt sich meine Stimme an? Wie laut war ich? Hab ich mit zu viel Druck gesprochen? Atme ich gerade flach oder tief?
Wie ist mein emotionaler Status? Bin ich entspannt oder gestresst?
Spreche ich noch in meinem Eigenton?

Oder kann ich mir angewöhnen, öfter Punkte zu machen, damit ich dorthin zurückkehren kann?

TRANSFER UND GEWOHNHEITEN

Erst diese kleinen Interventionen im Alltag machen einen Transfer von Übungen für die Stimme vom Trainings- oder Therapieraum ins echte Leben möglich.
Schaffen wir diesen Transfer nicht, verhalten wir uns im Übungsraum anders (besser) als im Alltag. Da aber die größte Beanspruchung der Stimme im Alltag stattfindet und nicht im geschützten Übungsraum… Du weißt, was ich meine.
Gewöhn Dir diese kleinen Aufmerksamkeitsinseln für Dich und Deine Stimme an. Starte mit einer und bau sie langsam von da auf.
Hier gibt es noch mehr Strategien für gute Gewohnheiten.

Jetzt bist Du dran, probier es gleich mal aus.

 

Viel Spaß dabei und bis zum nächsten Mal.
 Deine Ina
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