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Love the process

 In Sonstiges

Warum? Ist das nicht immer die Frage?

Wir haben im letzten Blogartikel schon die Frage nach dem Ziel gestellt, aber was ist, wenn wir keines haben? Oder das Ziel noch so weit weg ist, dass es schwierig ist, einen Bezug herzustellen?

Wie wär’s, wenn wir unser Ziel neu definieren? Nicht auf Tag X oder ein bestimmtes, schwer messbares Ergebnis in der Stimme hinarbeiten, jede Übung zweckgebunden und progressiv aufgebaut – sondern auf eine Gewohnheit abzielend?

Kann Dein Ziel sein, Dich einfach jeden Tag fünf oder zehn Minuten mit Deiner Stimme zu beschäftigen?

Möglichst so, dass Du es genießt (siehe letzter Artikel)?

Kannst Du also Deinen Fokus mehr auf den Prozess legen als auf den Fortschritt oder das Ergebnis?

Wenn wir mal drüber nachdenken, machen wir das doch sowieso, mit ganz vielen Hobbies: Wir kochen doch nicht den halben Tag für diese 15 Minuten Nahrungsaufnahme am Ende, sondern weil wir gern kochen, oder? Sonst kann man auch einfach Müsli essen oder eine Pizza bestellen. Auch ausgewogene Mahlzeiten brauchen nicht unbedingt mehr Zeit in Anspruch zu nehmen als 20-30 Minuten. Wozu also so ein Sonntagsessen?!

Weil es Spaß macht, spannend ist und kreativ.

Dasselbe gilt für’s malen, gärtnern, modellbauen usw…

Wir geben uns in den Prozess hinein. Es ist schon genug Belohnung, es zu machen. Das Ergebnis kann eine Nebenwirkung sein, von dem Spaß, den wir haben, während wir es tun.

Lasst uns diese Einstellung doch mal für das Singen und Stimmtraining entdecken. Geh singen üben, weil Du es magst, Deine Lieblingssongs zu singen. nicht weil Du Applaus für das „fertige“ Stück willst. Setz dich hin und lies ein gutes Buch vor (zur Not Dir selbst), weil es eine gute Story hat und Deine Kinder sich freuen, dass Papa was liest. Spiel mal ein bisschen: mit Tonfall, verstellten Stimmen, Ausdruck, spannenden Stellen. Mit Verzierungen in der Melodie, Stimmklang, Tempo.

Wir müssen uns bewusst werden, dass es zwei Arten von Aufmerksamkeit gibt.

Ein toller TED-talk von Joseph Gordon-Lewitt nimmt das auseinander, schau ihn gern hier an.

Unser Leben ist heutzutage von Social Media geprägt, und von dem Streben, Aufmerksamkeit auf diesen Plattformen und von anderen dafür zu bekommen, wie wir unser Leben leben. Das verändert die Art und Weise, wie wir Dinge tun, und wie wir diese Prozesse wahrnehmen. Wir tun es mehr für das Ergebnis. Denn es ist nicht „instaworthy“, wenn wir uns in uns selbst zurückziehen, einen Nachmittag Hörbücher hören und dabei puzzeln.
Ist ja dabei auch eigentlich egal, wie weit wir mit den 1000 Teilen kommen – der Nachmittag für Dich ist doch das, was zählt, oder?
Doch der Druck, am Ende etwas zum Vorzeigen zu haben, wird immer drängender, wir werden mit Likes und Views dazu erzogen.
Die Aufmerksamkeit, die wir bekommen, ist nur von kurzer Dauer und wie eine Droge – wir brauchen schnell die nächste Dosis, und am besten etwas mehr als beim letzten Mal. Wie kann uns das gut tun?!

Was uns gut tut, ist die andere Aufmerksamkeit. Nicht die, die wir bekommen, sondern die, die wir schenken.

Uns selbst, unseren Bedürfnissen, unserem Körper, der Tätigkeit, die wir gerade ausüben. Unseren Sinnesempfindungen. Wie schmeckt das Gemüse roh, wann ist es gar? Das ist spannend. Was ist, wenn ich dieses Gewürz hinzufüge – probier mal. Und jetzt das nächste – und probieren.

Wie ist die Konsistenz meiner Farbe, wie intensiv der Farbton? Was passiert, wenn ich etwas verdünne? Welche Strukturen erzeuge ich mit Spachtel, Pinsel, Zahnbürste auf der Leinwand? Beobachte!

Wie geht es eigentlich XY? Ruf an, verabrede Dich auf einen Kaffee. Und dann hör zu, schau zu, beobachte, nimm wahr. Schenke ihr oder ihm Deine Aufmerksamkeit – voll und ganz. Und zwischendurch: Wie geht es Dir grad so? Gut? Was sagt Dein Körper, Dein Kopf?

Schenke Dir auch mal Aufmerksamkeit. Was brauchst Du? Schenke Dir selbst einen Tee während Du dem Regen draußen zuschaust. Eine Stunde mit einem guten Buch. Eine schöne warme Dusche.

Und wenn Du singst oder Deine Sprechstimme trainierst, genauso: Was ist gerade los, was brauchst Du? Erkältet und verschnupft? Dann vielleicht lieber die 10 Minuten zum Inhalieren nutzen und heute früher ins Bett. Gut drauf und abenteuerlustig? Dann probier mal was neues aus! Was fällt heute schwer, was geht leicht? Wie hört sich die Stimme so an, und wie so? Welche Übungen machst Du immer gern?

Du weißt nicht, was Du machen sollst? Fang an mit einfachen Seufzern, beweg Dich ein bisschen, dehn die Atemräume. Hast Du schon unser kostenloses Miniworkout für die Stimme? Wenn nicht, hol es Dir hier, druck es aus, häng es an die Wand und finde heraus, welche Übungen Dir besonders Spaß machen! Oder check unsere Voice-Challenge aus, die das Stimmtraining total in den Alltag integriert.

Und wenn Du bereit für eine größere Herausforderung bist: Unser Onlinetraining dauert ca. sechs Wochen und deckt in 30 Lektionen die verschiedenen Schwerpunkten wie Atmung, Haltung, Stimmklang, innere Haltung etc. ab. Hier müsstest Du aber schon ca. 20-30 Minuten am Tag investieren, um Spaß zu haben.

Womit auch immer:
Viel Spaß beim Spielen! 🙂

 

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