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Wie macht Stimmtraining Dich stark?

 In Allgemein, Gehirn, Innere Haltung, Selbstbewusstsein, Soft Skills

Warum Stimmtraining Dich stärker macht! Naja, nicht was den nächsten Umzug betrifft – oder vielleicht doch…?

Immer wieder denke ich darüber nach, warum ich das tue, was ich tue. Warum ich meine Arbeit so liebe, und sie mich so zufrieden macht. Denn ganz oft finde ich mich natürlich in Situationen, wo es mich gerade wurmt, dass meine Arbeitsstunden am Schreibtisch und im Unterrichtsraum nichts als körperlose, scheinbar flüchtige Ergebnisse produzieren. Und dann wünsche ich mir, ich wäre Schreinerin oder so etwas geworden, hätte einen Beruf ergriffen, bei dem ich die Ergebnisse sehen und anfassen kann. Kennst Du das auch: Es fühlt sich so gut an, wenn man sieht, dass man die Gartenbank neu lackiert, oder die Küche blitzblank geputzt oder ein ganzes Beet umgegraben hat!

 

Veränderungen an Stimme und Persönlichkeit sind manchmal nicht so offensichtlich wie das frisch gemachte Bett.

Doch so körperlos die Ergebnisse auch sein mögen, die wir jeden Tag mit unserer Arbeit als Stimmtrainer, Gesangslehrer und Vocal Coaches erreichen: Das sind Veränderungen und Vorher-Nachher-Zustände, die wir irgendwann nicht mehr übersehen, oder besser gesagt überhören können.

Menschen, die zu uns ins Stimmtraining kommen, sei es für das Singen oder das Sprechen, möchten dadurch eine Veränderung herbei führen.

Höher singen, deutlicher sprechen, sich endlich durchsetzen, längere Töne halten, Souveränität ausstrahlen, Verzierungen singen können.

Hinter diesen konkreten Zielen stehen Meta-Ziele, die fast immer mit dem sozialen Status und der Persönlichkeit zu tun haben: Besser sein als X, sich gegen Y behaupten, Freiheit statt Angst verspüren, ein Gefühl von Kontrolle und Kompetenz haben.

Achtung: Manche dieser Ziele sind nicht unsere eigenen, sondern sind das, wovon wir denken, das unser soziales Umfeld es von uns erwartet. 

Und die meisten Menschen in unserem Umfeld werden sich jetzt am Kopf kratzen und fragen: „Ja, aber wie soll man denn solche grundlegenden Veränderungen mit Stimmtraining herbeiführen…?!“
Tja…

Ich bin sicher, dass diese Veränderungen nicht mit jeder Art von Stimmtraining oder Gesangsunterricht vorgenommen werden. Immer noch gibt es Trainer*innen und Lehrer*innen, die versuchen, über die ausschließliche Verordnung von Trainingseinheiten und Übungen eine Verbesserung der Stimmqualität herbeizuführen. 

Wir sind davon überzeugt, dass das nicht reicht.

Wir wissen, dass wir mit den richtigen Methoden eine Stimmentwicklung möglich machen können, die Hand in Hand mit den Meta-Zielen für Stimmtraining agiert und unsere Klienten befähigt, diese Veränderungen nachhaltig in ihr Leben zu integrieren.


Es gibt deswegen drei Prinzipien, nach denen wir arbeiten: Selbstwahrnehmung, Selbstverantwortung, Selbstwirksamkeit.  

Wir streben also größtmögliche Freiheit für unsere Klienten an: Freiheit in der Wahl ihres Stimmklangs, und damit ihrer Rolle, und damit ihrer Lebensgestaltung. Diese Freiheit können wir nicht geben – nur erlauben. 

Und wir können die notwendigen Werkzeuge mit an die Hand geben, diese Freiheit zu erreichen (was schon impliziert: das bedeutet eventuell harte Arbeit!). 

Dabei sehen wir immer deutlicher und immer öfter, dass die Prinzipien, die der Stimme im Training oder Unterricht gut tun, auch positive Effekte im restlichen Leben unserer Klienten haben. 

„Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung“

… das haben wir in unserer Kindheit oft von unserem Vater gehört – wie wahr. Und wie unangenehm und schwierig manchmal.

Sich selbst wahrzunehmen ist gar nicht (mehr?) so einfach in einer Welt, in der wir überflutet werden von schnellen, sich ständig verändernden äußeren Einflüssen. Die Sicht nach innen, auf unser Körpergefühl, die sensorischen Erfahrungen, die wir in unserem Körper machen können, aber auch das Beobachten der Gedanken ist unabdingbar, um einen Status Quo unseres Zustandes zu ermitteln. Ohne unseren Status Quo zu kennen, können wir ihn auch nicht verändern. Logisch, oder?

Forsche also: Wie fühlt sich die Stimme an? Wie klingt sie? Was tue ich, bevor ich anhebe zu sprechen, oder gerade bevor ich mich zu den ganz hohen Tönen in dem Stück hochschwingen möchte? Was denke ich?

 


Übernimm Verantwortung für Deinen Zustand und Deine Umstände

Selbstverantwortung geht noch einen Schritt weiter. Wir haben uns flächendeckend angewöhnt, andere für unsere Lebensumstände verantwortlich zu machen. Wir geben gern unseren Eltern und der Erziehung die Schuld an unseren Komplexen und Problemen, dem Staat die Schuld an unseren finanziellen und beruflichen Umständen, der Lebensmittelindustrie die Schuld daran, dass wir uns schlecht ernähren, und so weiter, und so fort.

Dabei haben wir immer eine Wahl. 

Es mag sein, dass wir die Möglichkeiten nicht auf den ersten Blick sehen, weil wir unseren Horizont seit Jahren auf die vier Wände unserer Wohnung und der eingeschränkten Auswahl an Informationen aus dem Fernseher begrenzen. Hier liegt also die erste Wahlmöglichkeit: Was gibt es noch? Übernimm Verantwortung für Deine Stimme (und Dein Leben), dafür ist es nie zu spät!

Womit bist Du nicht zufrieden?
Was ist das Problem?
Wie ist es dazu gekommen, was sind die Ursachen?
Welche Gewohnheiten haben sich über die Jahre eingeschliffen, die mir nicht (mehr) dienlich sind?
Durch welche Gewohnheiten kann ich sie ersetzen?

 

Mach es selbst, sonst macht es keiner

Sobald Du Verantwortung für den Ist-Zustand übernommen hast, geschieht etwas, das fast magisch ist: Du merkst, DU hast die Zügel in der Hand. (Wenn Du das noch nicht merkst, gibst Du insgeheim immer noch jemand anderem die Schuld – stimmt’s?).

Und aus dieser inneren Haltung heraus ist auf einmal viel mehr möglich:


Jede Deiner Handlungen kann auf die Veränderung einzahlen, die Du Dir wünschst.

Du wirst selbstwirksam. Du tust etwas, und Dein System reagiert.
Du gestaltest aktiv Dein Leben, weil Du bewusst und aktiv Deine Handlungen bestimmst, Gewohnheiten etablierst, die auf Deine Ziele einzahlen, und du lernst, Deine Gedanken und Deine Aufmerksamkeit zu steuern.


Für die Stimme könnte ein solcher Prozess so aussehen: 

Du spürst, wenn Du einen Ton machst, eine Enge im Hals und hörst, der Ton klingt angestrengt und schwingt nicht (Selbstwahrnehmung – nicht Bewertung!).

Du akzeptierst den Status Quo und weißt: Nur Du kannst ihn ändern (Verantwortung übernehmen).
Du machst Dich auf die Suche nach der Ursache, vielleicht mit Hilfe Deiner Trainerin, die viel über die Funktionsweise des Stimmsystems weiß.
Ihr findet heraus, dass eine mögliche Ursache wahrscheinlich die Tatsache ist, dass es Dir peinlich wäre, den Ton wirklich herauszulassen, weil er falsch (oder zu laut, oder unverschämt…) sein könnte.
Du hast Dich schon daran gewöhnt, bei einem derartigen Risiko mit den Halsmuskeln eine „Bremse“ einzubauen, damit der Ton nicht zu laut wird. Die Halsmuskeln reagieren schon automatisch.
Du übernimmst die Verantwortung dafür, dass du es soweit hast kommen lassen und…

…beginnst, nach einer Lösung zu suchen.
Deine Trainerin schlägt Dir vielleicht verschiedene Übungen vor und während Du sie ausprobierst, gehst Du wieder in die Wahrnehmung und schaust: Was macht das mit der Situation da im Hals?
Du ordnest ein und merkst schließlich: Ah, wenn ich das und das tue/denke/fokussiere, lässt die Enge nach und der Ton beginnt zu schwingen.
Und Du merkst: Durch eine Veränderung in meinem Verhalten habe ich eine Veränderung im System herbeigeführt. Ich bin selbst wirksam geworden. 

Und dann kannst Du Dich der nächsten Baustelle zuwenden (wobei Du sicher immer wieder auf dieselben Gewohnheiten triffst – und dann hast Du irgendwann ganz schnell die passende Lösung parat!).


Lösungsorientiert handeln: Mit sachlichen Analysen kommen wir weiter als mit emotionalen Reaktionen

Du kannst mit der Zeit auch sehr nüchtern auf diese kleinen Entscheidungen und Aktionen schauen: „Oh, das war gut, ich mag das Resultat“, oder „na gut, da muss ich wohl noch ein bisschen nachjustieren“. 
Diese Reaktionen sind wesentlich produktiver als das, was wir normalerweise tun:
Erfolge herunterspielen oder sogar ungeduldig hinnehmen.
Fehler und gescheiterte Experimente zum Anlass für Selbstzerfleischung und als Bestätigung für unsere negativen Denkweisen über unsere eigenen Fähigkeiten hinnehmen.

Wir bei Stimmste?! bezeichnen das als „die Arbeit mit dem inneren Forscher statt dem inneren Kritiker“.


Darum lieben wir es, mit Euch an Euren Stimmen zu arbeiten!

Denn das ist es, was es so schön und zufriedenstellend macht, mit Euch zu arbeiten: Wir sehen, wie Ihr wachst und selbstwirksamer werdet, wie Ihr eigene, kompetente Entscheidungen für Eure Art zu sprechen oder zu singen trefft.
Und wie Ihr merkt:
Ich
bin für mich verantwortlich.

Ich habe die Information und die Werkzeuge, meinen Status Quo zu verändern, wenn ich das möchte.
Ich bin frei in der Gestaltung meiner Situation. 

Wir glauben: Menschen, die diese innere Freiheit und die Fähigkeit zur Selbstwahrnehmung haben, geben diese Erlaubnis zur Freiheit weiter an die Menschen in ihrem Umfeld. Und sie sind bereit Verantwortung zu übernehmen.

Wie sähe wohl die Welt aus, wäre sie voller freier, verantwortungsvoller Menschen? 

Lasst uns mal damit hier beginnen. Auf stimmlicher Ebene, und bei uns selbst.

Frag Dich also: Wie kann ich diesen Prozess in meine eigene Arbeit an Sprech- oder Singstimme einbinden? Was hat es für Vorteile? Gibt es auch Nachteile?

Und… was könnte dieser Prozess mit dem nächsten Umzug zu tun haben (kleine Transferaufgabe… ;-)?

Wir freuen uns wie immer, von Dir zu hören!

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