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How to… Ein neues Lied lernen!

 In Gesang, Methodik, Music, Singen, Vortragen

Kennst Du das? Du hast seit Tagen einen Ohrwurm von einem total schönen Song? Aber irgendwie kriegst Du beim Spülen, Bügeln und staubsaugen nur die ersten Zeilen hin! Total frustrierend!

Aber damit ist jetzt Schluss! Du möchtest mehr als nur den Refrain in der Dusche mitträllern? Dann nimm Dir ein, zwei Stunden Zeit und lern das Lied systematisch! Für ausgiebige Badewannenkaraoke und glückliche Mitbewohner ;-)!
 
Und so geht´s:

 

Schritt 1: Song auswählen und aktiv hören

 
Such Dir einen Song aus, den Du unbedingt singen möchtest. Auch als Anfänger brauchst Du nicht mit „Alle meine Entchen“ zu beginnen! Mach es Dir aber nicht ZU schwer: Es sollten erreichbare Ziele sein, die Du Dir steckst!
Achte bei einem neuen Song darauf, dass Du ihn gut mitsingen kannst und dass Du nach 2-3 mal Hören verstanden hast, worum es sowohl im Text als auch musikalisch geht. Recherchiere mal nach Akustikversionen bei Youtube, denn oft ist von fett produzierten Pophits nicht mehr viel übrig, wenn man Backing-Chor und Drum/Bass-Gedröhne wegnimmt. Und das ist dann frustrierend für Dich, wenn es im Endeffekt so gar nicht nach dem Original klingt, wenn Du es singst…
 
Unsere Kollegin Jessica hat eine megacoole Liste mit 75 Songs für Anfänger vorbereitet – wetten, dass Du noch nicht alle gesungen hast?!
 

Schritt 2: Noten und Text besorgen

 
Kannst Du auch super im Internet. Einfach googlen: „Songtitel“+“Interpret“+“lyrics“ für nur Text, +“chords“ für Akkordsymbole (für Gitarre oder Klavierbegleitung) +“sheet music“ für richtige Noten. Die sind allerdings meistens kostenpflichtig (zu Recht! Hier ist ein guter Artikel von unserer Kollegin Jessica zu diesem Thema).Es gibt auch Songbooks, die man sich in der Bibliothek leihen kann – auch um sich inspirieren zu lassen, übrigens! Ganz bekannt: „Das Ding“ – Hits durch die Jahrzehnte mit oder ohne Noten. Oder man wünscht sich so etwas mal zum Geburtstag oder zu Weihnachten. Sorge auf jeden Fall dafür, dass Du gut lesbares Material hast, in das du auch noch Notizen machen kannst. Also Texte und Akkorde aus dem Browser in ein Worddokument kopieren, gegebenenfalls vergrößern und ausdrucken. Sonst sind sämtliche Werbebanner etc. auch auf Deinem Sheet und der Text ist meistens miniklein.

 

Schritt 3: Aktiv zuhören

 
Leg Dir Text oder Noten und einen Bleistift zurecht und mach die Aufnahme an. Höre ganz genau zu und lies mit. Frage Dich: Welche Teile gibt es in dem Song? Strophe, Refrain, Bridge, Soloteil/instrumental, Intro, Outro? Noch mehr?Kennzeichne die gleichen Teile, denn diese haben meistens die gleiche Melodie, Text, Akkorde… Lies auch den Text mit und stelle sicher, dass Du alle Wörter kennst und die Bedeutung dahinter verstehst. Hierfür gibt es oft Anhaltspunkte auf www.songmeanings.com, zum Beispiel.
Mach Dir klar, ob die Melodie nach oben oder unten führt, ob es Sprünge gibt oder Stellen mit eher monotoner Melodieführung. Schwierige Passagen kannst Du auch einzeichnen.
Rhythmus kannst Du auch gut separat üben, indem Du den Text „rappst“, das heißt möglichst prägnant rhythmisch sprichst.

 

Schritt 4: Mitsingen

 
Schluss mit Theorie! Jetzt weißt Du schon viel über das Lied und hast es schon einige Male intensiv gehört. Nächster Schritt: Mitsingen. Und zwar mit Deinem Text, den Notizen und ganz großen Ohren. Versuche zu merken: Welche Stellen klappen schon gut, welche singe ich immer anders als der Interpret auf der Aufnahme? Liegt das am Rhythmus oder der Melodie? Gibt es Stellen, die mir tendenziell zu hoch oder zu tief sind? An dene ich grundsätzlich zu schnell oder zu langsam bin? Wo kann ich atmen zwischendurch?Nach drei bis fünf Durchgängen solltest Du ungefähr wissen, wo noch was zu tun ist!

 

Schritt 5: Gezielt üben

 
Jetzt nimm Dir ganz gezielt die Stellen vor, die noch nicht so gut klappen, und übe sie einzeln. Es gibt tolle Apps, zum Beispiel Anytune, mit denen Du Dir Deinen Übeabschnitt immer wieder vorspielen lassen kannst oder sogar verlangsamen, damit Du weniger Fehler machst. Das ist nämlich wichtig: Übe nicht so schnell, dass Du immer wieder denselben Fehler machst! Dann übst Du nämlich genau den ein! Lieber ultralangsam und dafür oft richtig machen. Das mag unser Gehirn und wir haben´s dann doch schneller drauf. Das gilt übrigens besonders, wenn Du später Verzierungen und Schnörkel übst! Hast Du ein technisches Problem? Dann überleg, ob Du es mit dem Wissen, das du über das Singen hast und über Ausprobieren lösen kannst. Denk dran: Das klappt wahrscheinlich nicht auf Anhieb! Bleibe Forscher und lass Dich nicht von Deinem inneren Kritiker irritieren!
Achte besonders darauf, wie es sich anfühlt. Geht es mühelos? Brauchst Du Kraft? Mehr Luft? Wenn es im Hals weh tut oder Du bei hohen Tönen husten musst – dann machst Du tatsächlich etwas falsch und Du musst nochmal beim Profi nachfragen!
 

Schritt 6: Go solo!

 
Jetzt wird es Zeit, sich abzunabeln…  Such Dir eine schöne Karaokeversion (nur instrumental) oder singe a cappella, also ganz ohne Begleitung. Aber auf jeden Fall ohne einen anderen Sänger!
Na, gibt es noch Stellen, bei denen Du unsicher bist? Zurück zu Schritt 5!
Alles läuft super? Dann weiter:
 
 

Schritt 7: Interpretation und Performance

 
 
Hoffentlich hast Du Dir im Laufe des Einstudierens schon ein paar Gedanken darüber gemacht, was das Lied eigentlich mit Dir zu tun hat? Welche Aspekte im Text sprechen Dich an? Warum? Welche musikalischen Stellen findest Du besonders berührend? Jetzt ist die Gelegenheit, dem Song Deinen eigenen Stempel aufzudrücken. Was möchtest Du mit dem Lied sagen? Warum willst Du diese Botschaft unbedingt loswerden? An wen ist Dein Song gerichtet, zu wem sprichst Du? Je ehrlicher Du bist und je näher das Lied an Deiner echten Person, an Deinen wahren Gefühlen liegt, desto glaubwürdiger und berührender wirst Du für das Publikum. Achtung: Es braucht schon ein wenig Mut, so einen Seelenstriptease hinzulegen! Aber Du schaffst das!
 
Everything you want is just outside your comfort zone. Robert Allen
 
Und wenn Du eine echte, ehrliche Interpretation vorzuweisen hast, brauchst Du Dir über Performance nicht mehr viele Gedanken zu machen. Dann bist Du einfach echt und Du selbst auf der Bühne! Und DAS will das Publikum sehen. Immer!
 
 
Hast Du noch Fragen? Oder bleibst Du an einer Stelle des Prozesses hängen? Hast Du ein anderes System? Sag Bescheid und kommentiere unten!

 

 

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Showing 2 comments
  • Jessica Pawlitzki
    Antworten

    Liebe Ina, ein klasse Artikel! Genau die richtigen Schritte und super beschrieben. Vielen Dank für die Verlinkung! Ich war ganz überrascht und freue mich sehr darüber 🙂 Liebe Grüße, Jessica

  • Ina Hagenau
    Antworten

    Danke! 🙂 Und auch and Dich danke – gute Inhalte muss man doch verlinken, oder?! Ich stöbere total gern auf Deinem Blog! Liebe Grüße und ein schönes Wochenende, Ina

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