fbpx

Minimale Anstrengung – maximale Wirkung: Stimme ökonomisch einsetzen

 In Allgemein, Business, Methodik, Präsentieren, Reden, Richtig Reden, Sprache, Stimme allgemein, Stimmhygiene, Stimmpflege, Vortragen

 

 Stimmökonomie: Was ist denn das?!

 

Wie passend, dass diese Woche dieses Thema fällig ist: Ich habe nämlich eine dicke Halsentzündung und bin immer noch total heiser. Am liebsten würde ich gar nicht sprechen – das lässt sich aber mit Familie und Beruf nicht wirklich realisieren. Also muss ich wohl so ökonomisch sprechen wie möglich!

Aber wie kann ich denn mein Fachwissen so anwenden, dass ich durch alle Gespräche, die ich trotzdem führen muss, mit einigermaßen wohlklingender und tragfähiger Stimme komme?

Darüber denke ich jetzt mal für Euch nach, denn: Genau die selben Dinge solltest Du tun, wenn Du merkst, dass Du nicht verstanden wirst, dass laut sprechen anstrengend ist, dass Du abends nach einem langen Sprechtag nicht mehr reden magst.

Was sind also meine Strategien?

Artikulation

Als allererstes fällt mir auf: Ich artikuliere viel mehr und überdeutlich. Denn ich merke, wenn ich das nicht tue, fehlt mir die gewohnte Deutlichkeit und auch der emotionale Ausdruck. Indem ich meine Gesichtsmuskeln deutlich stärker einsetze, kann ich einen großen Teil der Ausdrucksfähigkeit wieder herstellen. Ich forme Vokale deutlicher aus, bewege mehr die Lippen. Ich spreche auch die stimmlosen Konsonanten wesentlich stärker – denn das strengt meine Stimme ja überhaupt nicht an – macht meine Aussprache aber viel klarer.

Ein weiterere Vorteil ist: Je mehr ich Mund und Rachenraum öffne, desto mehr gebe ich dem momentan schwachen Stimmklang die Chance, lauter zu werden, in dem er viel Raum hat, sich zu vervielfältigen (resonieren).

Let it go

Ich versuche, die Stimme „locker“ zu lassen. Ich „drücke“ oder „presse“ nicht mehr Ton heraus, als meine Stimme es zulässt. So überanstrenge ich mich nicht zu sehr, und ein entspannt produzierter Ton schwingt auch freier durch die Resonanzräume und kann dadurch lauter klingen. Durch Anspannung und Anstrengung (gepresster Klang) verhindere ich dieses lockere Schwingen. Mein Sprechen wäre dann für mich viel anstrengender, aber die Anstrengung ist umsonst, denn die Stimme bekommt keinen Klang und trägt auch nicht weit. Mein Körper weiß, wie er am kraftsparendsten arbeitet – ich vertraue ihm.

Auf den Punkt, bitte

Ich rede wenig, aber prägnant.
Momentan versuche ich natürlich möglichst wenig zu sprechen (das ist eher untypisch für mich 😉 ). Damit ich aber alles sage, was ich sagen möchte, denke ich vorher mehr nach. Wie kann ich möglichst präzise formulieren, damit ich nicht nachher nochmal etwas dazu erklären muss? Ich mache kurze Sätze, um mich zu schonen – und um zu gewährleisten, dass mein Gesprächspartner sofort verarbeiten kann, was ich gesagt habe.

Und inhaltsloses Gelaber – gibt’s grad nicht.

Hörst Du mir zu?

Ich stelle sicher, dass man mir zuhört, bevor ich rede. Oft hören wir den Satz „Man hört mir einfach nicht zu, wenn ich spreche!“ von unseren Klienten. Hast Du dieses Gefühl auch manchmal?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, dieses Problem zu lösen. Erstens frage Dich: Trägt mein Satz oder Redebeitrag zum Thema bei, ist er interessant für den Gesprächspartner? Dann sprich denjenigen mit Namen an und warte ab, bis er Dir seine volle Aufmerksamkeit schenkt. Erst dann bringe Dein Anliegen/Deinen Vorschlag/Deinen Beitrag vor.
Muss ich ein wichtiges Thema ansprechen, das gerade nicht besprochen wird? Dann kündige ich das an. Wieder: Erst mit Namen ansprechen, dann „warnen“: „Ich muss mit Dir/Euch noch kurz über XYZ sprechen, bitte hört mal eben zu.“ Kurz abwarten, bis die Gedanken der anderen auch bei Deinem Thema sind und in einer größeren Runde Ruhe eingekehrt ist – sei geduldig, das dauert vielleicht einen Moment), und dann erzähl, was zu erzählen musst!

Diese Strategie hilft wieder mal, Wiederholungen zu vermeiden und stellt sicher, dass die beteiligten Personen auch wirklich mitbekommen haben, was wichtig ist.

Nett sein

Ich schone meine Ressourcen. Ich mache Entspannungspausen zwischendurch (so wie hier). Ich trinke viel, viel Wasser. Ich bewege mich zwischendurch, recke und strecke vor allem Nacken und Schulterpartie. Das verhindert, dass sich Verspannungen bilden. Ich wärme mich vor einem langen Sprechtag sanft auf (zum Beispiel mit diesen Übungen und LaxVox). So bin ich nett zu meiner Ressource Stimme, weil ich nett bin zu Körper und Geist und ihre Arbeit für mich belohne, beziehungsweise ihnen ihre Arbeit erleichtere.

Don´ts

Was ich nicht tue: Mich laut räuspern. Das belastet mich nur noch mehr. Ich trinke lieber was und schlucke ganz fest den Schleim weg. zur Not: Husten.

Ich flüstere auch nicht, um meine Stimme zu schonen. Auch das ist anstrengender für die Stimme als stimmhaftes Sprechen, weil es die Kehle austrocknet. Dann lieber ganz die Klappe halten. Oder Zettelchen schreiben.

 

Habt Ihr noch mehr Tipps? Was sind Eure Erfahrungen? Teilt sie doch mit uns!

 

 

Regelmäßig Stimmtipps erhalten?

Dann hier eintragen und zusätzlich ein kostenloses Stimmworkout abholen!


 
 
 

 

Recent Posts
Comments
pingbacks / trackbacks

Leave a Comment

Start typing and press Enter to search