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Kann Stimmtraining „nur“ Stimmtraining sein?

 In Business, Innere Haltung, Richtig Reden, Sonstiges

Reichen Artikulationstraining und Co. aus, um die Stimme nachhaltig zu verändern?

Wer unseren Blog schon länger liest, weiß vermutlich: Das ist eine rhetorische Frage. Wir finden nämlich: Nein. Und hier sind unsere Gründe:

Wer zum Stimmtraining geht, möchte etwas verändern. Oft sind es schlechte Gewohnheiten, die uns dann stören, zum Beispiel Nuscheln oder zu schnelles Sprechen, ständiges Räuspern oder Ähnliches. Oder uns stört etwas an der Qualität unseres Stimmklangs: Zu leise, zu laut, angespannt oder zu monoton und langweilig. Es gibt fast so viele Gründe, die Stimme trainieren zu wollen, wie es Kunden für Stimmtrainer gibt. 
Aber: Viele Menschen denken, wenn sie die Stimme trainieren wollen, müssen sie langweilige Übungen machen, Atemtraining, Zungenbrecher üben oder sogar Singen ;-). 

Schlechte Angewohnheit – oder doch mehr?

Das sind auch alles gerechtfertigte Maßnahmen, wenn man erstmal herausgefunden hat, was denn der wirkliche Grund für das stimmliche „Defizit“ ist. Wenn es natürlich nur um schlechte Angewohnheiten geht – übt los und legt Euch bessere zu!

Aber es macht wenig Sinn, Atemübungen und lautes Rufen zu üben, wenn der Klient nicht weiß, warum er lieber leise spricht als laut. Oder deutliche Aussprache zu trainieren, wenn wir nicht wissen, warum der Klient nicht verstanden werden will. Wir als Trainer sollten zumindest alle Möglichkeiten abklopfen und herausfinden, was eventuell hinter einer Gewohnheit steht.

Sabotiert unser Unterbewusstsein unsere Stimme?

Natürlich sind das alles nicht so offensichtlich zu beantwortende Fragen, denn diese langjährigen Gewohnheiten liegen oft im Unterbewusstsein begründet. Oft sind schon die Erziehung oder Erfahrungen in der frühen Kindheit Auslöser dafür, einen bestimmten Kommunikationsstil herauszubilden. 

Wenn wir als Trainer diesen Dingen nicht auf den Grund gehen oder zumindest Denkanstöße in die Richtung geben, werden die schönsten und besten Übungen keine nachhaltigen Effekte erzielen. 

Wenn wir also an der Stimme arbeiten, an diesem unmittelbaren Ausdrucksmittel unserer Persönlichkeit, dann müssen wir uns immer fragen: Wo findet sich dieser stimmliche Zustand noch in meinem Leben? Wenn ich eine angespannt klingende Stimme habe, frage ich mich: Kann es sein, dass ich mich sonst auch eher gestresst fühle? Dass ich gern die Kontrolle behalte, unbedingt alles perfekt gelingen soll…? Wenn ich es schaffe, an diesen Stellen Veränderung zu schaffen, merke ich das unmittelbar an der Stimme. Ohne eine einzige Übung. Oder andersherum: Ich mache Lockerungsübungen für Körper und Stimme und lerne so indirekt, das Loslassen auch mal guttut – dieser Weg dauert allerdings meistens wesentlich länger.

Stimmtraining ist mehr als Stimmübungen

Stimmtraining kann also „nur“ Stimmtraining sein. Wer allerdings nur Symptome wegtrainiert, wird es sehr schwer finden, die gelernten Techniken außerhalb des Übungsraumes im Alltag umzusetzen.

Stimmtraining sollte unserer Meinung nach mehr sein. Nämlich ein Anstoß, unsere innere Haltung zu überprüfen, sich Verspannungen und Ängsten zu stellen und sie zu überwinden, alte Gewohnheiten und anerzogene Glaubenssätze über unsere Kommunikation mit anderen einer strengen Prüfung zu unterziehen und uns selbst besser kennen zu lernen.

Befreie Dich von dem, was Dich einschränkt!

Wenn wir es schaffen, uns frei von Erwartungen und Leistungsdruck zu fühlen, wird auch die Stimme frei. Wenn wir einen klaren Gedanken haben, zu dem wir stehen, sprechen wir deutlich und mit klarer, fester Stimme. Wenn wir das meinen, was wir sagen, und eine klare emotionale Botschaft haben, wird unsere Stimme ausdrucksvoll und moduliert. 
Folgende Fragen kannst Du Dir stellen, um Deine Stimme durch Deine innere Haltung zu verbessern:

In welchen Situationen stört mich meine Stimme/gefällt sie mir nicht?

Was genau an meiner Stimme ist es, das verbessert werden könnte?

Wie fühle ich mich generell in dieser Situation/mit diesem Gesprächspartner?

Kann ich irgendwie meine Einstellung zu der entsprechenden Situation verändern?

In welchen Situationen bin ich zufrieden mit meiner Stimme? Was ist anders?

Hast Du eine Idee, welche Gedanken hilfreich wären, damit Du so wirkst, wie Du gerne möchtest?

Ganz wichtig: Die Gedanken, die Du bei diesem Brainstorming aufschreibst, sind weder richtig noch falsch, sondern eine Momentaufnahme Deiner Selbstwahrnehmung. Bewerte sie nicht, sondern probiere sie doch einfach mal aus. Danach kannst Du diese Selbsteinschätzung immer wieder anpassen.

Viel Spaß beim Bewusstwerden!

 

 

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