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Warm-Up Deluxe: Stretchen, lockermachen, aufwärmen!

 In Allgemein, Atmung, Innere Haltung, Körperarbeit, Präsentieren, Reden, Singen, Stimmhygiene, Stimmpflege, Stimmwellness, Verkaufen, Vortrag

Triathlon ohne Aufwärmen vorher? Undenkbar! Aber Deine winzigen Stimmmuskeln treiben täglich Hochleistungssport – und das meist ganz ohne Warm-Up.

 

Sprechen, rufen, flüstern, schreien, singen… All das bewältigen diese kleinen, aber hochkomplex vernetzten Stimmbänder. In Zusammenarbeit mit Atmung, resonierenden Geweben und Räumen, und unterstützt (und manchmal behindert) durch die umliegende Muskulatur.

Und genau wie die Hochleistungssportler ihren Körper so aufwärmen, dass sie den Wettkampf möglichst ohne Verletzungen und auf der Höhe ihrer Fähigkeiten absolvieren können, sollten wir beim Aufwärmen der Stimme darauf bedacht sein, uns so auf unseren Stimm-Tag einzustellen, dass wir mit größtmöglicher Freiheit und Flexibilität unser wichtigstes, unmittelbarstes Ausdrucksmittel einsetzen können.

Deine individuelle bunte Tüte

Jede Stimme ist anders. Das kommt daher, dass sie in einem anderen Körper (mit anderem Stoffwechsel, Gewebebeschaffenheit, Muskeltonus, Alter…) untergebracht ist, der wiederum von einer anderen Persönlichkeit geprägt ist (aktiv, entspannt, nervös, schlapp, sportlich, ängstlich, draufgängerisch, kontrolliert… etc…).  Deswegen braucht auch (fast) jede Stimme ein etwas anderes Warm-Up. Du musst also schon selbst mal schauen, was Du persönlich genau brauchst, um eine möglichst zuverlässige, vielseitig einsetzbare Stimme zu bekommen oder zu erhalten.

Welcher Art die Übungen sein können, aus denen Du Dein persönliches Aufwärmprogramm zusammenstellst, das stellen wir Dir heute einmal vor:

 

Das große Ganze

Denk immer daran: Es reicht nicht aus, nur gedankenlos ein paar Tonleitern zu summen. Ein gutes Warm-Up bringt Körper, Geist und Stimme in eine gute Startposition. Du übst Deine Konzentrationsfähigkeit schon alleine dadurch, dass Du während des Warm-Ups an nichts anderes denkst, sondern intensiv Deine Stimme und Deinen Körper wahrnimmst und beobachtest.
Auch Gedanken, die Du während des Aufwärmens über Deine Stimme, die Sprechsituation oder Dich selbst/Dein Publikum denkst sind interessant zu beobachten und oft aufschlussreich…

Je öfter und genauer Du Deine Stimme beobachtest und erforschst, desto eher weißt Du, was Deine Stimme braucht, um gut zu funktionieren und Dir einen klaren, kraftvollen Ausdruck zu ermöglichen.

Die Übungen aus dem Stimmtraining-to-go sind dazu übrigens kein Widerspruch: Kleinste Interventionen mit ungeteilter Aufmerksamkeit sind sehr effektiv, wenn Du die Bedürfnisse Deiner Stimme schon kennst.

 

 

Erste Phase: Check-in

Zu Beginn des Warm-Ups (und des Tages) solltest Du erstmal schauen, mit was Du heute so arbeitest. Stell Dich einfach mal entspannt und aufrecht hin und spür in Dich hinein: Tut Dir etwas weh, gibt es Verspannungen, was tut Dein Atem?

Beobachte nur, nichts verändern. Dann sag ein langes „aaaaah“ oder einen Begrüßungssatz und checke den Zustand Deines Stimmklangs. Ist er anders als sonst? Was hörst Du? Was spürst Du, wenn Du sprichst oder singst?

Zweite Phase: Planung

Klingt spektakulär, oder? Ist aber einfach eine bewusste Entscheidung, was Deine Stimme heute braucht. Und das hängt oft davon ab, für was Du Deine Stimme brauchst! Ein langer Tag voller Stress und Smalltalk auf der Messe? Ein Studiotermin für eine Gesangsaufnahme? Ein 8-Stunden-Seminar? Oder ein Tag im Home Office mit Schreibarbeiten und dem gelegentlichen Kollegentelefonat? Unterschiedliche Anforderungen an die Stimme erfordern unterschiedliche Aufwärmübungen. Die alle aufzuführen und zu kategorisieren füllt ganze Bücher. Deswegen hier nur ein genereller Leitfaden:

 

Stress, Stress, Stress, Sprechen, Sprechen, Sprechen…

Du hast einen langen, stressigen Tag vor Dir? Dann nimm Dir ein paar Minuten, um wenigstens jetzt ein bisschen zur Ruhe zu kommen. Konzentriere Dich auf eine ruhige, gleichmäßige Atmung. Bewege Deine Wirbelsäule ein paar Mal durch und lockere die Schulter- und Halsmuskulatur. Wärme Deine Stimme mit entspanntem Kausummen oder Lippenflattern auf. Schneide Grimassen, streck ein paar Mal die Zunge heraus, gähne herzhaft. Trinke viel Wasser, auch über den Tag! Wenn Du magst, kannst Du noch Deine Artikulation mit dem Korken aufpeppen. Diese Übungen kannst Du auch immer wieder zwischendurch zur Entspannung und als Minipause machen! Vergiss nicht: Eine positive, freundliche Einstellung zu den Menschen, denen Du heute begegnest, wirkt sich massiv auf Deine Ausstrahlung und Stimme aus!

Vielsprecher finden in diesem Artikel vielleicht die ein oder andere Anregung

Oder hier.

 

Studio, Baby!!

Du musst stimmliche Höchstleistungen im Studio erbringen? Dann los! Nach einem behutsamen Aufwecken der Stimme (s. oben) und leicht und leise gesungenen Gesangsübungen auf Deinen Lieblingsvokalen weißt Du selbst am besten, was Deine Stimme noch braucht, oder?

Wiederhole noch einmal bestimmte Techniken, von denen Du weißt, dass Du sie gleich benötigst.
Aktiviere möglichst viele Resonanzräume.
Etabliere schonmal die Klangfarbe/das Energielevel, das Du für den Song brauchst, in Deiner Stimme. Finde Dich auch mental in den Song und die Emotionen darin ein.
Sorge für Dich: Trinke viel, nicht zu kalt, inhaliere zwischendurch ein paar Minuten und/oder entspanne Deinen Stimmapparat mit Laxvox zwischen den Takes.

Hier geht es zu einer tollen Aufwärmübung für Sänger*innen

Schreibtischhocker

Du musst heute gar nicht so viel reden? Auch mal schön. Dann gönn Dir trotzdem eine kurze Bestandsaufnahme und Dein Lieblingslied unter der Dusche, bevor Du das erste Mal zum Telefon greifst. Du hilfst damit Deinen Stimmbändern beim Stoffwechsel und klingst wesentlich wacher als ohne „Walking on sunshine“…

Auch in der Pause: Steh vom Schreibtisch auf, mach ein paar Gymnastikübungen und/oder einen Karaoke/Dancebreak. Dein Körper und Deine Stimme werden es Dir danken!

Inspiration für gute Pausen gibt´s hier

 

Haben wir was ausgelassen? Was wünscht Ihr Euch noch für Tipps zum Aufwärmen? Kommentiert gern oder schickt uns eine Mail!

If  you spend too much time warming up, you´ll miss the race. If you don´t warm up at all, you may not finish the race.  Grand Heinrich

 

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